Hier werden in den noch feuchten Ton geometrische Muster, seltener auch Figuren und Tierdarstellungen, geritzt. Eine Form der Dekoration, die schon in der Steinzeit angewandt wurde.
Vergleichsweise geringe Werkzeuganforderungen, aber auch sehr zeitaufwändig und kaum für Massenproduktion geeignet.
Bei der Rollrädchendekoration wird eine Musterrolle, das Rollrädchen, über den noch feuchten Ton abgerollt. Das Rollrädchen hinterlässt dabei ein, unterschiedlich komplexes, geometrisches Muster. Aus dem Frühmittelalter sind auch Rollrädchen mit Schriftzeichen sind bekannt.
Die Technik war gebräuchlich von der Spätantike bis ins Frühmittelalter. Im römischen Reich löste sie um 300 n.Chr. die bis dahin übliche reliefverzierte Sigilata ab, die technologisch deutlich aufwändiger war.
Auch im Frühmittelalter war die Technik weit verbreitet, allerdings mit weniger komplexen Mustern.
Stempel wurden vorrangig auf germanischem Gebiet, während der Spätantike und Völkerwanderungszeit verwendet. Aber auch im Frühmittelalter kamen sie, ergänzend zum Rollrädchendekor zum Einsatz. Hergestellt wurden sie aus Geweih, was sich auch deutlich in der Formensprache wiederspiegelt.
Von sächsischen Buckelurnen sind Abrücke bekannt, die stark auf die Verwendung von Gewandschliessen als Stempel hindeuten.
Die hier gezeigten Stempel sind, der besseren Verfügbarkeit geschuldet, aus Ton hergestellt.
Anstatt Dekorationen einzuritzen oder zu -prägen, werden entweder Buckel von innen herausgedrückt, Riefen eingearbeitet oder Elemente aufgebracht.
Sehr prominent bei den sächsischen und angel-sächsischen Buckelurnen, aber auch aus dem alamannischen Raum in Form von Riefen.